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Tag 1

Der erste Tag ist gar nicht das Problem

· Thomas Freimoser

Gewicht
96,4 kg
Schritte
6.820
Stimmung
●●●●○
Energie
●●●○○

Symptome: Hunger, Kopfschmerzen · beobachten

Ich hatte mir vorgenommen, den Kaffee über die Entlastungstage zu halbieren. Ich habe ihn halbiert — an einem von zwei Tagen. Das Ergebnis ist ein dumpfer Druck hinter der Stirn, der gegen 15 Uhr angefangen hat und den ich nicht dem Fasten anlasten kann. Er ist selbstverschuldet, und ich schreibe das hier hin, weil ich es genau so in den Artikel geschrieben habe, den ich vor zwei Wochen veröffentlicht habe. Wissen und Tun sind zwei verschiedene Dinge, auch bei denen, die es beruflich wissen.

Der Hunger selbst ist harmloser als erwartet. Er kommt in Wellen, und zwar genau zu den Zeiten, zu denen ich normalerweise esse: kurz nach zwölf, dann wieder gegen halb sieben. Beide Wellen sind nach zehn Minuten vorbei. Was bleibt, ist etwas anderes und ehrlich gesagt unangenehmer: Ich denke ständig ans Essen. Nicht, weil ich Hunger habe, sondern weil Essen im Tagesablauf so viele Rollen spielt, die mit Nahrung nichts zu tun haben. Pause. Belohnung. Übergang von Arbeit zu Feierabend. Ohne diese Marker fühlt sich der Tag seltsam undifferenziert an — eine lange, gleichförmige Fläche.

Zwei Tassen gesalzene Gemüsebrühe, insgesamt etwa drei Liter Wasser und Kräutertee. Die Brühe war der beste Moment des Tages, und das sagt viel über den Tag aus.

Ein Spaziergang von etwa einer Stunde, danach deutlich müder als gewohnt. Kein Training, wie geplant. Die Waage zeigt 96,4 Kilogramm — das ist der Startwert, und ich weiss schon jetzt, dass die Zahl in drei Tagen dramatisch besser aussehen wird, als sie es verdient hat.

Der fachliche Einschub

Kopfschmerzen an Tag eins und zwei sind das häufigste Fastensymptom, und bei Kaffeetrinkern ist der Entzug die wahrscheinlichste Erklärung. Das Maximum liegt etwa 20 bis 51 Stunden nach der letzten Dosis, also genau jetzt. Das ist auch der Grund, warum die Entlastungstage keine Folklore sind: Sie kosten zwei Tage Planung und ersparen zwei Tage Kopfschmerz.

Persönliche Erfahrung — keine allgemeine Empfehlung. Dieser Eintrag beschreibt einen Selbstversuch. Er ist ausdrücklich kein Vorbild und keine Anleitung. Was ich Leserinnen und Lesern fachlich empfehle, steht in den Fachartikeln und ist deutlich zurückhaltender.